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Was sind Wahltarife bei den Krankenkassen?

Was bedeutet Wahltarif? Eine Definition

Zusätzlich zum gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsspektrum haben die Krankenkassen die Möglichkeit für ihre Versicherten auch Wahltarife anzubieten. Eingeführt wurden die Wahltarife genauso wie die Zusatzbeiträge im Rahmen der Gesundheitsreform 2007 vor dem Hintergrund, den Wettbewerb unter den Krankenkassen zu stärken.

Durch die meist kostenpflichtigen Wahltarife haben Versicherte den Zugang zu weiteren Leistungen oder auch zu Beitragsermäßigungen. Neben vier Pflicht-Wahltarifen, die jede Krankenkasse anbieten muss, gibt es zudem optionale Wahltarife, die freiwillig in unterschiedlichem Umfang angeboten werden.

 

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Welche Wahltarife gibt es bei den Krankenkassen?

Grundsätzlich wird bei den Wahltarifen unterschieden:

  • Wahltarife, die die Krankenkassen anbieten müssen
  • Wahltarife, die die Krankenkassen freiwillig anbieten

Die Pflicht-Wahltarife sind:

  • der Hausarzttarif
  • der Tarif für integrierte Versorgung
  • der Tarif für strukturierte Behandlungsprogramme
  • der Krankengeldtarif für Selbstständige

Mit dem Hausarzttarif ist für eine Behandlung bei einem Facharzt die Überweisung vom Hausarzt notwendig. Hausarzttarife gehen für Versicherte in der Regel mit einer Beitragserstattung oder einer Zuzahlungsermäßigung einher.

Wer sich für den Wahltarif für integrierte Versorgung entscheidet, wird als Patient über sogenannte integrierte Versorgungsangebote, bei denen Ärzte sowie auch nichtärztliche Leistungserbringer, wie Physiotherapeuten, eingebunden sind, vernetzt behandelt. Ziel der integrierten Versorgung ist eine effektivere Behandlung sowie die Vermeidung von langen Wartezeiten.

Die Wahltarife für strukturierte Behandlungsprogramme richten sich an chronisch Erkrankte, die an sogenannten Disease-Management-Programmen teilnehmen können. Hierbei besteht eine enge Zusammenarbeit von Ärzten mehrerer Fachrichtungen, welche die einzelnen Behandlungsschritte miteinander abstimmen. Eine bessere und koordinierte Versorgung für den Patienten soll damit sichergestellt werden. Sinnvoll können diese Wahltarife für Versicherte mit Brustkrebs, Asthma, Herz- oder Lungenerkrankungen oder mit Diabetes mellitus sein.

Da Selbstständige erst ab dem 43. Tag einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit Krankengeld erhalten, gibt es speziell für diese Zielgruppe den Krankengeldtarif für Selbstständige. Wer den Krankengeldtarif als Wahltarif abschließt, erhält das Krankengeld wahlweise ab Beginn der Erkrankung oder ab einem festgelegten Zeitraum innerhalb der ersten sechs Wochen. Die Krankenkassen erheben hierfür Prämienzuschläge.

Für alle weiteren Wahltarife steht es den Krankenkassen frei, diese anzubieten. Das Angebotsspektrum der Wahltarife kann daher von Kasse zu Kasse variieren. Die häufigsten freiwilligen Wahltarife sind:

  • der Kostenerstattungstarif
  • der Beitragsrückerstattungs- oder Prämientarif
  • der Selbstbehalt-Tarif
  • der Tarif für besondere Arzneimittel und -therapien

Das Prinzip der Kostenerstattung ist aus der privaten Krankenversicherung bekannt und kann auch als Wahltarif von gesetzlich Versicherten abgeschlossen werden. Hierbei rechnet der behandelnde Arzt direkt mit dem Patienten ab. Dieser reicht die Arztrechnung bei der Krankenkasse ein und erhält den erstattungsfähigen Betrag abzüglich einer Verwaltungsgebühr von dieser erstattet. Das Kostenerstattungsprinzip geht für Versicherte mit bevorzugten medizinischen Behandlungen einher, da Ärzte beim Kostenerstattungsprinzip nach der allgemeinen Gebührenordnung für Ärzte abrechnen dürfen.

Auch die Beitragsrückerstattung ist ein geläufiges Modell der privaten Krankenversicherung und ein freiwilliger Wahltarif der Krankenkassen. Muss der Versicherte im Laufe eines Versicherungsjahres keine medizinischen Leistungen (Vorsorgeuntersuchungen bleiben unberücksichtigt) beanspruchen, erhält er einen Teil der bereits eingezahlten Beiträge zurück.

Mit einem Selbstbehalt verpflichten sich Versicherte, einen Teil der Kosten (bis zur Höhe des vereinbarten Selbstbehalts) für in Anspruch genommene medizinische Leistungen selbst zu zahlen. Im Gegenzug erhält der Versicherte eine Prämie oder einen Bonus, welcher immer geringer ausfällt als der Selbstbehalt. Wahltarife mit Selbstbehalt lohnen sich nur für gesunde Personen, die geringe Behandlungskosten verursachen.

Wer sich für den Wahltarif für besondere Arzneimittel entscheidet, erhält gegen eine zusätzliche Prämie homöopathische und pflanzliche Arzneimittel, zum Beispiel für spezielle Therapien ohne eigene Zuzahlung von der Krankenkasse erstattet.

 

Gibt es Bindungsfristen für die Wahltarife?

Für die Wahltarife sind Bindungsfristen üblich. Sie geben vor, wie lange die Versicherten, die einen Wahltarif abgeschlossen haben, an diesen und vor allem an die jeweilige Krankenkasse gebunden sind, bevor ein Wechsel beziehungsweise eine Kündigung möglich ist. Für fast alle Wahltarife der gesetzlichen Krankenkassen gilt eine Bindungsfrist von einem Jahr. Sowohl beim Krankengeldtarif für Selbstständige als auch beim Selbstbehalt-Tarif verlängert sich die Bindungsfrist auf drei Jahre. Dahingegen ist beim Wahltarif für besondere Versorgungsformen keine Bindungsfrist vorgesehen.

Werden die Wahltarife nicht innerhalb der Kündigungsfrist von zwei Wochen vor Ablauf der Bindungsfrist gekündigt, verlängern sich die Wahltarife automatisch.

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Wahltarif und einer Zusatzversicherung?

Gesetzlich Versicherte können ihren Versicherungsumfang auch durch eine Zusatzversicherung aufwerten. Zusatzversicherungen werden von den privaten Krankenversicherungen angeboten und bieten einen höheren Leistungsumfang in den einzelnen Leistungsbereichen, dazu gehören:

  • ambulante Zusatzversicherung
  • stationäre Zusatzversicherung
  • Zahnzusatzversicherung
  • Tagegeldversicherung
  • Auslandskrankenversicherung

Der gesetzlich Versicherte kann die Zusatzversicherung entweder direkt bei der privaten Krankenversicherung abschließen, teilweise vermitteln die gesetzlichen Krankenkassen aber auch die Zusatzversicherungen. Die Kassen selbst sind jedoch nicht Anbieter und damit auch nicht Vertragspartner.

Wer eine Zusatzversicherung über die eigene Krankenkasse abschließt, kann dabei bis zu zehn Prozent an Kosten sparen, sollte sich jedoch bewusst sein, dass meist auch hier Bindungsfristen gelten. Genauso wie die Wahltarife sind auch die Zusatzversicherungen ein freiwilliges Angebot für den gesetzlich Versicherten, eine Verpflichtung zum Abschluss besteht dementsprechend nicht.