Drastische Änderungen in der Krankenversicherung – Beitragssenkung für Selbstständige 2019 und bessere Aufteilung für Angestellte!

Mit dem Jahreswechsel tritt 2019 eine der einschneidendsten Reformen bei den Krankenkassen in Kraft. In großem Stil werden die Beiträge angepasst. In Summe bringt das bei der Ausgabenbelastung von Kassen und Staat einen Milliardenbetrag zusammen. Für die Versicherten sind aber spürbare Erleichterungen erwartbar. Hauptsächlich für Arbeitnehmer und Selbstständige.

Das ändert sich für Angestellte und Arbeitnehmer

Das wichtigste: Bisher mussten Arbeitnehmer den Zusatzbeitrag allein bezahlen. Ab 2019 wird – wie beim grundständigen Beitrag schon jetzt – die Hälfte vom Arbeitgeber mitbezahlt. Je nach Verdienst kann das die eigenen Ausgaben für die Krankenversicherung jährlich um 100 bis 300 Euro reduzieren.

Noch von einer weiteren Änderung ist der Zusatzbeitrag betroffen. Durchschnittlich liegt er im Moment bei etwa 1 Prozent. Er soll nach Einschätzung des GKV-Verbandes ab Jahreswechsel um 0,1 Prozent sinken können.

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Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze

Auf der anderen Seite wird die geltende Beitragsbemessungsgrenze angehoben. Sie regelt, wer als Angestellter trotzdem von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit wird. Damit ist dann der Übertritt in die private Krankenversicherung auch als Angestellter möglich. Diese Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt 2019 bei 60.750 Euro. Auf den Monat umgerechnet sind das 5.062,50 Euro Brutto-Verdienst.

Das ändert sich für Selbstständige

MC | Beitragssenkung Krankenversicherung für Selbstständige und Angestellte Die deutlichste Änderung: Wer wenig verdient, wird bei den Beiträgen drastisch entlastet. Zum 1. Januar sinkt der Mindestbeitrag zur Gesetzlichen. Bisher wurde er auf der Annahme berechnet, dass Selbstständige mindestens knapp 2300 Euro im Monat verdienen. Diese Bemessungsgrundlage sinkt auf 1142 Euro – und damit auf einen Beitrag von etwa 171 Euro monatlich.

Damit einher geht die rückwirkende Anpassungsmöglichkeit der bereits gezahlten Beiträge. Sie erstreckte sich bisher auf 3 Monate rückwirkend. Ab 2019 gilt sie für die zurückliegenden 12 Monate. Orientierungspunkt ist dabei in der Regel der aktuelle Steuerbescheid. Der Nachweis muss allerdings nach den Vorgaben der Krankenkasse erbracht werden – kann hier also auch anders eingefordert werden.

Nicht alle Kassen gehen mit

Während die paritätische Aufteilung alle gesetzlich Versicherten gleichermaßen betrifft, machen nicht alle Kassen die Senkung der Zusatzbeiträge mit. So hat sich die Techniker-Kasse (TK) zu einer Senkung bereits positiv gestellt, DAK-Chef Andreas Storm dem Handelsblatt gegenüber jüngst eine Senkung des Zusatzbeitrages für DAK-Mitglieder allerdings ausgeschlossen. Den Zusatzbeitrag können die Kassen in einem bestimmten Rahmen selbst beeinflussen. Sie dürfen dabei finanzielle Prognosen und ihre Rücklagen bewerten – und so auch einen erhöhten Zusatzbeitrag für 2019 stehen lassen, wenn sie das angemessen begründen können. Bei der DAK beträgt der Zusatzbeitrag aktuell 1,5 Prozent und soll auf diesem Niveau auch im nächsten Jahr bleiben. Die Techniker erhebt aktuell 0,9 Prozent und will im nächsten Jahr auf 0,8 Prozent reduzieren.

Verbesserungen auch für Zeitsoldaten

Zeitlich begrenzt dienenden Soldaten soll bei Erreichen ihres Dienstendes der Einstieg in die gesetzliche Krankenversicherung erleichtert werden.