Was bedeutet Gesundheitsfonds bei den Krankenkassen?
Der Gesundheitsfonds einfach erklärt: eine Definition
Der Gesundheitsfonds fungiert beim gesetzlichen Krankenversicherungssystem als Geldsammelstelle. Sämtliche Beiträge, die sowohl von den gesetzlich versicherten Mitgliedern, von den Arbeitgebern als auch von den Sozialleistungsträgern eingezahlt werden, fließen zunächst an eine zentrale Stelle. Auch der steuerfinanzierte Bundeszuschuss kommt in diesen Gesundheitsfonds. Sämtliche Zahlungen werden dann zentral aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen für die Versorgungsleistungen der Versicherten überwiesen.
Das Prinzip des Gesundheitsfonds wurde zum 01. Januar 2009 mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz eingeführt und löste das bis dato gängige Modell ab, bei dem die Beiträge unmittelbar an die Krankenkassen gezahlt wurden. Verwaltet wird der Gesundheitsfonds vom Bundesversicherungsamt in Bonn. Hier laufen sämtliche Daten der gesetzlich Versicherten zusammen und von hier erfolgt die Verteilung an die Krankenkassen.
Unser Versprechen
Nur ausgewählte und geprüfte Produkte auf moneycheck.de
- Unverbindliche Anfragen und Vergleiche
- Keine versteckten Gebühren
- Beste Preis/Leistung
Nach welchem Prinzip werden die Gelder aus dem Gesundheitsfonds verteilt?
Mit dem GKV-Stärkungsgesetz wurde zudem ein einheitlicher Krankenversicherungsbeitrag von 14,6 Prozent für jeden Versicherten eingeführt, die Beitragsunterschiede der Krankenkassen sind damit aufgehoben worden. Die Verteilung des Gesundheitsfonds entspricht diesem Prinzip: So erhalten die Krankenkassen für jedes versicherte Mitglied einen einheitlichen Grundpauschalbetrag. Berücksichtigt werden jedoch Risikofaktoren, die sich anhand von Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen ergeben. Berücksichtigung finden zudem 80 Krankheiten, die in einer Liste des Bundesversicherungsamtes festgelegt sind. Die Ausgaben aus dem Gesundheitsfonds für Versicherte mit diesen Erkrankungen sind mindestens doppelt so hoch wie der Pauschalbetrag.
Dementsprechend fällt die Zahlung aus dem Gesundheitsfonds für ältere und kranke Menschen vergleichsweise höher aus, als für junge und gesunde Versicherte. Mit diesem Verfahren soll eine gerechte Verteilung sichergestellt werden, so dass keinerlei Wettbewerbsvorteile für die Krankenkassen mit vielen jungen Versicherten entstehen. Andersherum werden diejenigen Kassen nicht benachteiligt, die beispielsweise Personen mit geringem Einkommen oder mit chronischen Erkrankungen versichern. Diese Verteilung des Gesundheitsfonds wird als Risikostrukturausgleich bezeichnet und fußt auf dem Solidarprinzip.
Was passiert, wenn die Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht ausreichen?
Reichen die finanziellen Mittel aus dem Gesundheitsfonds nicht aus, muss die Krankenkasse für ihre Versicherten einen Zusatzbeitrag erheben. Dieser Zusatzbeitrag kann in seiner Höhe individuell festgelegt werden, durchschnittlich beträgt er bundesweit ein Prozent. Kündigt die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag an beziehungsweise erhöht sie diesen, kann der Versicherte von einem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und einen Kassenwechsel veranlassen.
Wie hoch war der Gesundheitsfonds in den vergangenen Jahren?
Im Jahr 2016 betrugen die Einnahmen des Gesundheitsfonds rund 224,15 Milliarden Euro. Demgegenüber standen die Ausgaben für die Krankenkassen in Höhe von gut 222,77 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich ein Überschuss beziehungsweise eine Finanzreserve von etwa 1,38 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 2015 wurde eine deutliche Verbesserung erzielt, hier gab es einen Ausgabenüberhang von immerhin 1,13 Milliarden Euro.
SSL-Verschlüsselung Ihrer