Akkunutzung im Stromnetz – Das „Jenseits“ der E-Autos

Die springen nicht aus der Reihe

Akkus in Elektroautos verlieren nach 8 bis 10 Jahren an Leistung. Vor allem die notwendig kurze Ladezeit verlängert sich deutlich und damit müssen die Akkus oft nach dieser Zeitspanne getauscht werden.

Mittlerweile kommt die erste Hybrid- und reine E-Fahrzeug-Generation in genau dieses Alter. Eine ganze Menge alter Akkus wird damit frei. Es stellt sich die Frage der Nachnutzung oder der Entsorgung. Denn die Hersteller sind auch gesetzlich dazu verpflichtet, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Technisch noch nicht am Ende

Wenngleich der Einsatz im Auto für alte Akkus nach ein paar Jahren endet, sind sie trotzdem noch weiter nutzbar. Die Strom-Module der Lithium-Ionen-Akkus können wiederverwendet werden. In Reihe geschaltet werden sie zu großen Stromspeichern. Schon gegenwärtig werden sie von einigen Herstellern – Nissan beispielsweise – zur Einspeisung ins Stromnetz genutzt, um Spitzenbelastungen auszugleichen.

Die Weiternutzung der gebrauchten Akkus auf diesen Weise ist bis zu 10 Jahren möglich. Damit verdoppelt sich die Nutzungsdauer faktisch.

Interesse bei allen E-Auto-Bauern

Daimler, Tesla und BWM – sie alle sind interessiert daran, die gebrauchten Akkus weiter zu nutzen. Daimler betreibt bereits einen Stromspeicher in Lünen in Westfalen, der 13 Megawatt leistet und aus 1.000 Alt-Akkus zusammengesetzt ist.

BWM will zusammen mit Bosch und Vattenfall entwickeln. Tesla sucht ebenfalls nach Möglichkeiten für eine Anschlussnutzung.

Eigener Wirtschaftsbereich in Aussicht – Autohersteller bereiten sich vor

Der Markt für E-Mobilität wächst. Und die Fahrzeugentwicklung ist eines der technologischen Entwicklungsfelder der Zukunft.

Neben der Verarbeitung des alten Materials geht es vor allem auch darum, den steigenden Energiebedarf der Fahrzeuge mit zu decken. Der Ausbau von erneuerbaren Energien spielt dafür auch eine wichtige Rolle. Denn es entsteht Speicherbedarf für die typischerweise erzeugte überschüssige Energie.

Die Abgabe kann dann zu den Bedarfszeiten erfolgen – und darin liegt auch das Geschäftsmodell und die Umsatzerwartung für die Autobauer.

Pfand-System oder Rückkauf?

Wie das für die Kunden aussehen könnte, spielen die Hersteller zusammen mit Stromanbietern und den lokalen Versorgern schon jetzt durch.

Im Raum stehen Pfand-Systeme oder Rückkauf-Angebote. Zum einen kann dann der Akku-Austausch zu günstigeren Konditionen die Lebensdauer der Fahrzeuge wesentlich verlängern. Und gleichzeitig wird die Umweltbelastung reduziert.

Auch der Rückkauf wäre möglich. Das würde bedeuten: E-Fahrzeug-Besitzer können ihre alte Akkus anbieten – vielleicht auf Online-Plattformen oder im Autohaus – und entsprechend den neuen Akku „subventionieren“ oder gleich den Kauf eines neuen Autos.