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Müssen Sie Ihre Kinder extra versichern?

In Deutschland gilt das Verursacherprinzip in der Haftpflicht. Gesetzlich geregelt ist: Wer einen Schaden verursacht, haftet für den Ausgleich. Unbegrenzt.

Zwar gibt das Haftpflichtgesetz Obergrenzen vor – aber das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), das in §823 die Schadenersatzpflicht regelt, nicht. Und das ist die Grundlage für zivilrechtliche Ausgleichsforderungen, sobald sie die (ohnehin sehr hohen und persönlich schwer leistbaren) Grenzen des Haftpflichtgesetzes überschreiten.

Faktisch liegt insgesamt damit eine gesetzlich unbegrenzte Haftung vor. Und die gilt insbesondere auch für Kinder – denn hier haften die Eltern.

Immer? Nein. Gesetzlich können Kinder (bzw. in Vertretung die Eltern) erst belangt werden, wenn sie älter als 7 Jahre alt sind. Wenn Eltern mit anwesend sind, wenn ein Schaden passiert, und ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, tritt keine Haftung ein wenn das Kind jünger als 7 ist.

Eigentlich eine Freude für Versicherungen! Und doch nicht.

Liegt eine Schadenersatzforderung vor und das Kind, das den Schaden verursacht hat, ist erst 3 und Vorsatz und Pflichtverletzung der Eltern scheiden aus, dann müsste die Versicherung auch nicht zahlen. Denn es haftet niemand für den Schaden. Das Kind ist nach rechtlichem Terminus „deliktunfähig“ – und die Eltern haben „Nicht, Julia!“ gerufen, bevor der Flatscreen beim Nachbarn vom Sockel gekippt ist.

Aber: In der Realität nützt das nichts. Denn die meisten Eltern wollen, dass der Schaden ersetzt wird und das die Kinder auch dann in den Versicherungsschutz fallen, wenn sie jünger sind.

Also gewinnen diejenigen Versicherer, die eine volle Haftung für Kinder in ihre Tarife mit einschließen – denn dort versichern sich die Eltern. In der Folge haben viele Versicherer ihre Tarife angepasst.

Die gute Nachricht: Kaum lückenhafte Tarife

Die meisten Versicherer haben das erkannt. Fast alle Tarife haben eine Haftungsklausel für Kinder eingeschlossen.

Probleme machen aber ältere Tarife.

Wer Kinder hat, sollte also unbedingt die Gültigkeit seiner Haftpflichtversicherung prüfen! Denn es zählt im Zweifel nicht, ob das Versicherungsunternehmen andere Tarife hat, die für Kinder zahlen würden – solange der konkrete Tarif das ausschließt. Es fließt dann kein Geld! Und wenn man dauerhaften Unfrieden vermeiden will, wird man den Schaden selbst zahlen müssen…

Tarife, die älter als 5 Jahre sind, können in dieser Hinsicht problematisch sein. Frischgebackene Eltern sollten ihre Police prüfen – bei älteren Tarifen häufig schon wegen der Haftungssumme und sehr wahrscheinlich günstigerer Beiträge.

Kinder im Straßenverkehr

Übrigens: Wenn Ihr Kind im Auto mitfährt, ist es eine potentielle Ablenkungsquelle. Es gibt Versicherungsunternehmen und Rechtsanwälte, die tragen Eltern im Auto eine Mitschuld an, nur, weil Kinder im Auto saßen und diese damit potentiell durch Gequängel und Genörgel den Fahrer hätten abgelenkt haben könnten.

Eltern sollten prüfen, wie Ihre Kfz-Versicherung da mitmacht – ersetzt sie Schäden auch bei Mitschuld bzw. schließt sie in diesem Sinn fahrlässiges Handeln mit ein?

Hier ist das Alter der Tarife nicht entscheidend. Wichtig sind allein die Einschlüsse für die Haftung.