22.11.17

Winterreifen – Wer ist verantwortlich, Halter oder Fahrer?

    Müssen Sie jetzt Winterreifen aufziehen oder nicht?

    Ja, es wird wieder glatt, rutschig und neblig. Herbst und Winter kommen immer plötzlich. Und was uns Menschen überrascht, kommt für viele Autos noch plötzlicher – die Notwendigkeit von Winterreifen.

    Dass Winterreifen deutlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen, ist keine Frage. Ihre Gummimischung macht sie weicher hält sie selbst ohne Schnee besser auf der Straße, denn sie „kleben“ bei niedriger Asphalt-Temperatur auch auf trockener Straße besser.

    Fraglos ist dabei die Situation auf schneebedeckter Straße. Jedem dürfte einleuchten, dass Winterreifen hier nicht nur die bessere Wahl sind. Sie sind auch vorgeschrieben.

    Dem Gesetz nach müssen Winterreifen aufgezogen werden, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ die vorherrschenden Verkehrsbedingungen sind. Das regelt die Straßenverkehrsordnung in § 2, Abs. 3a und nimmt auf eine europäische Richtlinie Bezug.

    Kann also auch heißen: Morgens Sonne, Sommerreifen ok. Nachmittags leichter Schneefall mit örtlichen Verwehungen: Winterreifenpflicht.

    Das ist natürlich im Alltag nicht praktikabel. Denn Sie werden nicht täglich dem Wetter nach die Bereifung wechseln. Aber es hat eine deutliche rechtliche Konsequenz: Nämlich unterliegen Sie mindestens einmal am Tag einer gesetzlichen Winterreifenpflicht.

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    Es haftet der Fahrer

    Wenn etwas passiert, ist der Fahrer verantwortlich. Das heißt: Auch wenn Sie sich ein Auto mieten oder vom Freund ausleihen, sind Sie als Fahrer verantwortlich dafür, dass die Sicherheit im Straßenverkehr eingehalten wird.

    Versicherungsschutz in der Haftpflichtversicherung

    Die rechtliche Situation ist das eine. Das andere ist die Bewertung der Haftung durch die Versicherung. Wenn Sie trotz Winterreifenpflicht einen Unfall verursachen, springt die Haftpflichtversicherung ein und entschädigt Ihr Gegenüber.

    Aber: Wenn Sie, überspitzt gesagt, im Februar mal eben mit den Sommerreifen zur Sennhütte wollen, wird die Versicherung mindestens prüfen, ob Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben. Falls Ihr Tarif eine Versicherungsleistung für diesen Fall ausschließt, kann es zu Regressforderungen kommen, die die Versicherung an Sie als Fahrer richtet.

    Tipp: Zumindest für Ihre eigene Versicherung können Sie prüfen, ob dieses Risiko ausgeschlossen ist. Entsprechende Tarife gibt es am Markt – die Beitragsdifferenz ist in der Regel nicht wesentlich und zahlt sich im Ernstfall aus.

    Versicherungsschutz in der Kasko

    Von den Kaskoversicherungen zahlt bei einem Unfall, den Sie selbst verschulden, in der Regel nur die Vollkasko. Und hier kommt die gleiche Frage nach grober Fahrlässigkeit, wenn Sie im Winter mit Sommerreifen unterwegs sind.

    Solche Situationen sind nämlich häufig nicht klar. Sie können immer argumentieren, dass Sie nicht grundsätzlich verpflichtet sind, Ihr Fahrzeug mit Winterreifen auszustatten. Sondern Sie müssen als Fahrer situativ entscheiden. Aber wenn zunächst Unklarheit besteht, wird die Bearbeitung Ihres Falles mindestens andauern. Ärgerlich, wenn ein wesentlicher Schaden erstattet werden soll und Sie das möglicherweise sogar vorstrecken müssen, damit Sie Ihr Fahrzeug wieder bewegen können.

    Pflicht, Winterreifen zu nutzen

    Nochmal das Gesetz: Sie müssen Ihr Auto (oder Ihr Motorrad oder Ihren Transporter – die StVO nennt alle Fahrzeuge) dann mit Winterreifen ausstatten, wenn die Verkehrslage das klar erfordert. Wie oben genannt, wenn „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ die Verkehrsverhältnisse dominieren.

    Ohne dürfen Sie manchmal gar nicht fahren. Je nach Situation riskieren Sie aber mindestens eine Mithaftung für den Unfall. Auch dann, wenn Sie selbst gar nicht Schuld waren.

    Die Frage ist immer: Konnten Sie die Situation erkennen? Wäre der Unfall mit Winterreifen nicht passiert?

    Bußgelder drohen ebenfalls, wenn Sie bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen fahren.

    Wie sind Sie optimal unterwegs?

    Mit den Winterreifen erhöhen Sie also nicht nur drastisch Ihre Sicherheit im Winter. Sie reduzieren die Unfallgefahr – und das wesentlich!

    Aber wenn es zu einem Blechschaden kommt, vermeiden Sie vor allem eigene finanzielle Belastungen.

    Um auf Nummer Sicher zu gehen wählen Sie vor allem Tarife für Ihre Kfz-Versicherung, die auch bei grober Fahrlässigkeit zahlen. Wenn Sie Kinder haben, sollten Sie das ohnehin machen. Denn Kinder im Auto werden von einem gegnerischen Anwalt schnell zum grundsätzlichen Risiko stilisiert.

    Aber auch Sommerreifen im Winter sind immer ein Streitthema. Zunächst sogar unabhängig davon, ob sie unfallauslösend oder -begünstigend waren. Das umgehen Sie mit einer solcher Einschluss-Klausel.

    Übrigens: Die Kündigungsfristen in der Kfz-Versicherung sind häufig kürzer, als bei anderen Versicherungen. So sind noch Wechsel zum Jahresende möglich, wenn Sie einen veralteten Versicherungsschutz haben. Wenn für Ihren Tarif 4 Wochen Kündigungsfrist gelten, muss die Kündigung bis zum 30.11. bei Ihrem aktuellen Versicherer vorliegen und Sie können ab 01/2018 gleich neu starten.

    Bei älteren Tarifen lohnt sich der Vergleich auch „einfach mal so“, denn mit der Zeit ändern sich Konditionen oder verbessern sich die Beiträge. Bei vielen können Sie bestehende Schadenfreiheitsrabatte auch mitnehmen. Vergleichen Sie einfach mal!

    Was gilt im Ausland?

    Achten Sie bei Auslandsreisen auf die zeitlichen Bestimmungen! Manche Nachbarländer regeln ihre Winterreifenpflicht ebenfalls der Situation angemessen. Andere, wie zum Beispiel Tschechien und Slowenien, haben zwischen November und März eine generelle Winterreifenpflicht!

    Die gilt übrigens auch für den Brenner-Pass in den italienischen Alpen.

    Informieren Sie sich mindestens vor Fahrtantritt, wenn Sie wirklich meinen, Sie könnten noch mit Sommerreifen durch den Winter fahren. Am besten aber ist es natürlich, wenn Sie rechtzeitig wechseln. Für sich und andere.

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