11.11.18

Reha – Antrag, Therapien und Heilungschancen!

    Was kann die Reha für mich eigentlich tun?

    Kur oder Reha – wer starke Einschränkungen nach einer Krankheit oder einem Unfall hat, braucht eine wirkungsvolle Behandlung. Die Einschränkungen sollen behoben werden. Möglichst schnell. Klare Wahl: Eine Rehabilitations-Maßnahme.

    Das Ziel aller Reha-Maßnahmen, die von gesetzlichen Trägern bewilligt und übernommen werden: Die Wiederherstellung der Gesundheit, damit der oder die Behandelte bald wieder erwerbsfähig sind oder eine möglicherweise durch die gesundheitlichen Einschnitte drohende Arbeitslosigkeit abwenden können.

    Für die Träger der Reha-Maßnahmen stehen vor gesetzlichem Hintergrund also im Zentrum:

    • die Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit – bezogen auf konkrete Probleme und immer mit konkreten Zielvorstellungen, was genau die Reha mit welchen Mitteln erreichen soll
    • die Vermeidung von Erwerbslosigkeit – für den Fall, dass bei einem Fortbestehen der Einschränkungen die aktuelle Arbeitsstelle oder die grundsätzliche Arbeitsfähigkeit gefährdet sind
    • die Reha soll die Arbeitsfähigkeit wiederherstellen – wenn der Patient bereits nicht mehr arbeiten kann, sollen die Reha-Maßnahmen ihn wieder in die Lage dazu versetzen

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    Diese Regeln skizzieren, welche Maßnahmen Sie als Reha beantragen können, und welche eher nicht. Genehmigt werden solche Therapien, die nachweislich eine Besserung der vorliegenden Einschränkungen erwarten lassen. Grundlage sind ärztliche Prognosen und Gutachten, die eine Einschätzung liefern über die beantragten Behandlungsmethoden. Der medizinische Dienst des Trägers, der die Reha bezahlen soll, wertet diese Einschätzungen aus.

    Grundsätzlich unterscheidet sich die Trägerschaft von Reha-Einrichtungen oder Maßnahmen danach, welchen Hintergrund die Behandlung hat und was die persönlichen Voraussetzungen des Versicherten sind. Ist er erwerbsfähig, ist in der Regel die Deutsche Rentenversicherung der zuständige Träger. Schüler sind je nach Hintergrund der Reha-Maßnahmen über die Krankenkasse versichert oder über die Unfallversicherung, Rentner auch!

    Wie erfahre ich, wer zuständig ist?

    Durch den Träger, bei dem Sie den Antrag stellen. Wenn Sie nicht genau wissen, wer Ihr Träger ist, sprechen Sie mit Ihrem Arzt und stellen Sie den Antrag dort, wo Ihr Anliegen für Sie am plausibelsten aufgehoben ist. Liegen Sie falsch, erhalten Sie spätestens 14 nach Tage nach der Antragstellung – das ist gesetzlich festgelegt – Mitteilung darüber, wer für Sie zuständig ist. Gleichzeitig muss der Träger Ihre Unterlagen automatisch an die richtige Stelle weiterleiten. Dort werden sie dann weiterbearbeitet.

    Übrigens: Nur alle 4 Jahre gibt es regulär Anspruch auf eine Reha.
    Aber es gibt Ausnahmen! Wenn ein anderer Grund für eine erneute Reha vorliegt, kann dieser Zeitraum kürzer sein. Auch einer besonderer Reha-Grund – beispielsweise die Verkürzung dieses Zeitraums, weil sonst die Reha-Ziele nicht erreicht werden können. Wenn eine Reha Ihnen und Ihrem Arzt angezeigt erscheint, stellen Sie einen Antrag unbedingt auch dann, wenn Sie in den letzten 4 Jahren schon bei einer Reha waren.

    Wie komme ich an eine Reha?

    Ihr Arzt wird mit Ihnen in der Regel die Notwendigkeiten von Reha-Maßnahmen beraten. Fragen Sie, wenn Sie unsicher sind. Das ärztliche Gespräch ist die erste Grundlage für eine spätere Reha. Sie kann im Krankenhaus stattfinden – meist regelt aber der Hausarzt das weitere Vorgehen.

    Dann stellen Sie den Antrag. Sie erhalten ihn:

    • direkt bei Ihrem zuständigen Träger: In einer Geschäftsstelle der Deutschen Rentenversicherung, ihrer Krankenkasse, der Unfallversicherung, im Internet oder Sie bestellen ihn telefonisch

    Beachten Sie: Für die Genehmigung muss eine schwerwiegende Einschränkung durch Ihre Erkrankung oder einen Unfall vorliegen. Und eine ärztliche Einschätzung muss die geplante Reha als aussichtsvoll für eine Besserung des Zustands erkennen lassen – oder, je nach Sachlage, mindestens als geeignet, den gegenwärtigen Zustand zu halten und nicht weiter zu verschlechtern.

    Sie fügen dem Antrag einen Befundbericht vom Haus- oder behandelnden Facharzt bei. Den Vordruck dazu finden Sie auch in den Antragsunterlagen.

    Welchen Einfluss habe ich auf den Ort?

    Sie haben großen Einfluss. Geben Sie am besten schon im Antrag an, wenn Ihnen ein konkreter Behandlungsort vorschwebt. Der Träger wird das, wenn möglich, berücksichtigen. Dafür spielt die grundsätzliche Einschätzung von Reha-Maßnahmen durch den Arzt eine Rolle. Außerdem die an dem Ort zugänglichen Therapiemöglichkeiten.

    Sie können sogar Vorlieben angeben, wenn Sie keinen konkreten Ort wissen. Zum Beispiel, ob Sie besonders nah an zu Hause oder, im Gegenteil, möglichst weit weg sein wollen.

    Wer unterstützt mich bei der Auswahl?

    In der Regel unterstützt Sie der Hausarzt bei der Auswahl geeigneter Methoden und daraus folgender Orte.

    Sie selbst können sich ebenfalls schlau machen. Die Beratungsstellen der Träger geben Ihnen alle nötigen Informationen. Auch im Internet können Sie sich Angebote „ergooglen“. Stimmen Sie Ihre Ergebnisse aber immer mit dem Arzt ab! Er kann die medizinische Leistungsfähigkeit einer Einrichtung, bezogen auf Ihr Problem, besser beurteilen.

    Wer trägt die Kosten?

    Die Kosten für die Reha übernimmt der Träger der Maßnahme.

    Der Träger zahlt:

    • Verpflegung bei stationärem Aufenthalt, ambulant nicht
    • Reisekosten zur Klinik und zurück
    • wenn die Situation es erfordert für die Dauer des Aufenthalts eine Haushaltshilfe, beispielsweise für die Kinderbetreuung
    • und natürlich die Therapiemaßnahmen

    Dafür kann für gesetzlich Versicherte ein Eigenanteil bei stationärem Aufenthalt von maximal 10 Euro pro Tag anfallen. Dieser Eigenanteil fällt nicht nur für Reha-Aufenthalte, sondern für alle stationären Behandlungen an. Maximal müssen Sie aber für 42 Tage pro Jahr selbst zahlen – also 420 Euro. Wenn Sie vor der Reha-Maßnahme im Krankenhaus waren und dort schon bezahlen mussten, fällt Ihr Anteil für die Reha anteilig oder ganz weg. Stellen Sie dafür einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung. Ein stattgehabter Krankenhausaufenthalt, aber auch ein geringeres Einkommen werden darin berücksichtigt und senken möglicherweise Ihre Verpflichtungen.

    Auch eine Begleitperson kann für die Dauer der Reha oder für die An- und Abreise vom Träger gezahlt werden. Voraussetzung auch hier: es muss medizinisch nötig sein. Gezahlt werden dann Reisekosten, aber auch Verdienstausfall für die Begleitperson mit.

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    Private Krankenversicherung

    In der privaten Krankenversicherung kann die Sache ganz anders aussehen. Prüfen Sie darum vorher – schon vor Abschluss Ihres Vertrages! – ob und welche Leistungen zur Reha versichert sind. Die private Krankenversicherung schließt Individualverträge, die Leistungen gezielt abdecken, aber eben auch ausschließen! Darum ist eine Tarifprüfung unbedingt erforderlich. Wenn für eine Reha-Leistung kein gesetzlicher Träger aufkommt, muss sie entsprechend in der Privatversicherung erfasst sein.

    Außerdem wird eine Unterscheidung getroffen zwischen der sogenannten Anschlussheilbehandlung und einer Reha/Kur im Sanatorium oder in der Kuranstalt, einer „gemischten Krankenanstalt“. Die Anschlussheilbehandlung ist bei den meisten Privat-Policen versichert; Kuraufenthalte oft nicht! Außerdem sind die Zeiträume zwischen Ursache der Reha und dem Zeitpunkt, an dem die Reha beginnen muss, oft unrealistisch kurz. Sie müssen ja erst einmal einen Termin in der Klink bekommen. Sichern Sie sich hier also gezielt ab, wenn für Reha-Leistungen in Ihrem Fall kein gesetzlicher Träger zuständig sein sollte. Prüfen Sie auch das vorher. Denn privatversicherte Angestellte sind in der Regel trotzdem gesetzlich rentenversichert.

    Krankengeld während Reha oder Gehalt?

    Für die Zeit des Reha-Aufenthalts sind Sie arbeitsunfähig krank. 3 Wochen lang steht Ihnen die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu, oder wenn schon durch Krankenhausaufenthalt oder Krankheit ausgeschöpft, dann ein Übergangsgeld über den Träger.

    Was, wenn der Antrag abgelehnt wird?

    Ihr Mittel der Wahl: der Widerspruch. Machen Sie ihn aber nicht allein. Sie sollten eine gute medizinische Begründung vorlegen, und dafür müssen Sie mit Ihrem Hausarzt sprechen. Möglicherweise nützt auch ein zusätzliches Facharzt-Gutachten, oder Sie stellen fest, dass zentrale Gründe nicht berücksichtigt wurden.

    Ihre Widerspruchsfrist beträgt einen Monat.

    Muss ich eine ambulante Therapie ersatzweise akzeptieren?

    Das kommt auf den Einzelfall an. Äußern Sie Ihre Vorstellungen am besten schon im Antrag mit einer entsprechenden Begründung.

    Akzeptieren müssen Sie aber nicht. Auch in diesem Fall haben Sie sie Widerspruchsmöglichkeit. Nutzen Sie sie, wenn Sie von einer Änderung der Zusage eine wesentliche Verbesserung der Reha-Wirkung erwarten! Argumentieren Sie direkt und bestenfalls mit Unterstützung durch den Arzt.

    Was passiert nach der Reha?

    Auch das richtet sich nach der konkreten Situation. Eine Nachsorge kann ambulant, beispielsweise im Reha-Sport erfolgen. Die Eckpunkte dafür werden in der Regel von der Reha-Klinik vorgegeben und sollen die nachhaltige Wirkung der Reha sichern. Auch diese Leistungen zahlt der Träger der Maßnahmen.

    Dazu kann auch ein Umbau am Arbeitsplatz gehören, oder die Bereitstellung von Hilfsmitteln im Alltag.

    Weitere Hintergründe auch im Video der Sächsischen Zeitung, Verbraucherexperte Peter Escher im Gespräch mit Sophie Bartsch von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland.