05.10.17

Meldefristen für Unwetterschäden – So verhalten Sie sich richtig!

    Was müssen Sie tun, wenn Unwetter Ihr Haus beschädigt haben?

    Immer, wenn es zu Schäden an den eigenen Sachen kommt, ist das ärgerlich. Besonders dann, wenn wertvolle Gegenstände betroffen sind oder die Schadenbeseitigung teuer wird.

    Darum haben Sie ja eine Versicherung. Aber was müssen Sie dieser Versicherung anzeigen?

    Grundsätzlich gilt: Fertigen Sie eine detaillierte Zusammenstellung aller Schäden an.

    Dazu gehören:

    • Fotos
    • die genaue Bezeichnung der beschädigten Sachen
    • sofern vorhanden auch Nachweise über den ursprünglichen Wert

    Unser Versprechen

    Nur ausgewählte und geprüfte Produkte auf moneycheck.de

    • Unverbindliche Anfragen und Vergleiche
    • Keine versteckten Gebühren
    • Beste Preis/Leistung

    Welche Unwetter sind versichert?

    Grundlegend werden Häuser in der Regel zumindest gegen Feuer oder Blitzschlag versichert. Den dafür nötigen Schutz übernimmt die Wohngebäudeversicherung.

    Aber: Hierin sind sogenannte Elementarschäden nicht versichert! Wenn es also durch die „Elemente“ zum Schaden gekommen ist, wie man umgangssprachlich sagen könnte, müssen Sie in einer zusätzlichen Elementarschadenversicherung für Sicherheit sorgen.

    Darin werden erfasst:

    • Sturmschäden. In der Regel werden Schäden am Haus und der Bausubstanz bei Windstärken ab Beaufort 8 ersetzt.
    • Schäden nach Hagel, Regen und Überschwemmung. Achtung! Grundwasseranstieg, ohne, dass Wasser über die Oberfläche in beispielsweise den Keller gelangt, ist oft nicht abgesichert!
    • Folgen von Erdrutschen
    • Schäden durch Schnee – insbesondere durch Schneelast auf dem Dach und die Wirkung von Lawinen. Auch hier Achtung: Schlägt eine große Menge von Schnee von Bäumen herab in das Dach, greift die Elementarschadenversicherung oft nicht!

    Und: Sie müssen für die Absicherung selbst sorgen! In Deutschland gilt eine Versicherungspflicht gegen Elementarschäden (noch) nicht. Sie müssen die Versicherung also selbst suchen und abschließen.

    Ein wichtiger Hinweis: Die Prämien werden meist nach Lage und (statistischer) Gefährdung in der Umgebung berechnet. Vergleichen Sie mehrere Anbieter, bevor Sie abschließen!

    Übrigens sind auch die Versicherer nicht verpflichtet, Ihnen eine Elementarschadenversicherung zu ermöglichen. Wenn das Versicherungsunternehmen das Risiko als zu hoch einschätzt, kann es den Antrag zurückweisen.

    Stichwort Mietwohnung: Wer ersetzt Sturmschäden auf dem Balkon?

    Weht es Ihren Tisch umweht oder der Sonnenschirm fällt auf den Grill – wer zahlt dann? In der Regel werden Sie hier die Hausratversicherung angehen.

    Aber:

    • Unter welchen Umständen kam es zu dem Schaden?
    • Was haben Sie selbst zur Vermeidung des Schadens unternommen?

    Diese Fragen wird die Versicherung stellen – und es hängt von der Antwort ab, ob sie sich an der Kostenerstattung beteiligt. Denn war das Risiko zu hoch, verweigert die Hausratversicherung die Zahlung.

    Achten Sie also möglichst auf Ihre Sachen. Denn ob die Hausratversicherung tatsächlich greift, ist oft fraglich. Den Flat-Screen, der zum Bundesliga-Nachmittag auf dem Balkon stand und den die Hagelkörner „durchlöchert“ haben, werden Sie wohl selbst ersetzen müssen.

    Welche Meldefristen gelten für Unwetterschäden?

    Schäden am Auto (zum Beispiel Teilkaskoversicherung)

    Wenn Ihr Auto durch ein Unwetter beschädigt wurde, greift in der Regel die Teilkaskoversicherung.

    Aber Achtung: Wird beispielsweise ein anderes Auto gegen Ihres gedrückt, übernimmt den Schadenausgleich gegnerische Versicherung!

    Oder: Gebäudeteile fallen durch einen Sturm auf Ihr Auto. Hier kann die Wohngebäudeversicherung des Hauses greifen, von dem die Ziegel gefallen sind.

    Sie sehen: Es hängt davon ab, was Ihr Auto beschädigt hat und ob es jemanden gibt, der gesetzlich dafür haften muss.

    Gibt es niemanden (beispielsweise bei Schäden durch Hagel, Äste oder Überschwemmungen), greift in der Regel die Teilkasko.

    Meldefristen bei Fahrzeugschäden

    Eine starre Frist gibt es nicht. Sie sind lediglich verpflichtet „unverzüglich“ den Schaden zu melden. Nach Unwettern kann das aber schon ein paar Tage dauern.

    Darum: Dokumentieren Sie auf jeden Fall den Umfang des Schadens und machen Sie Fotos von der Umgebung.

    Wenn Sie nicht wissen, wer den nun der richtige Ansprechpartner für den nötigen Ausgleich ist, wenden Sie sich zunächst an Ihre eigene Versicherung. In der Regel hilft sie bei der Regulierung und vermittelt den Schadenausgleich zwischen den Verantwortlichen.

    Schäden am Haus (zum Beispiel Elementarschaden- oder Wohngebäudeversicherung)

    Grundsätzlich gilt der „Verantwortlichkeits-Vorbehalt“ (also die Frage, welche Versicherung einen Schaden am Haus oder an mitversicherten Gebäudeteilen erstatten muss) auch für Unwetterschäden. Fliegen beispielsweise Ziegel vom Nachbardach in Ihr Fenster, kann die nachbarliche Versicherung dafür aufkommen müssen. Das hängt von der konkreten Situation ab.

    Oft kommt jedoch die eigene Wohngebäudeversicherung oder der Teil der Elementarschadenversicherung dafür auf.

    Hier gilt: Melden Sie den Schaden, sobald Sie einen Überblick haben! Sie müssen das im gesetzlichen Sinn „unverzüglich“ tun. Also sobald Sie wissen, was wie beschädigt ist. Warten Sie nicht ohne Grund zu lange.

    Halten Sie die Schäden fest: Mit Fotos und kurzen Beschreibungen.

    Sind Haushaltsgeräte betroffen (beispielsweise wenn Kellerräume überflutet waren), ist Ihr Ansprechpartner Ihre eigene Hausratversicherung.

    Tipp: Wenden Sie sich auch dann an Ihre Versicherung, wenn Ihnen die Haftungssituation unklar ist. Die Versicherungsunternehmen unterstützen bei der Aufteilung der Verantwortlichkeiten. Oft nehmen Sie Ihnen die Arbeit sogar ganz ab. Das kommt auf die Police und die konkreten Versicherungsleistungen an.

    Schäden an versicherten Anlagen (zum Beispiel Photovoltaikversicherung)

    Wenn Sie besondere Anlagen betreiben, sollten Sie für einen separaten Versicherungsschutz sorgen. Für Solaranlagen bietet das beispielsweise die Photovoltaikversicherung. Aber auch die Heizungsanlage kann separat versichert werden.

    Bei Schäden an diesen Anlagen greift dann die entsprechende Versicherung. Achten Sie also darauf, dass Unwetterschäden mit in den Versicherungsleistungen zu finden sind!

    Meldefristen bei Unwetterschäden an elektrischen Anlagen

    Auch für diese Versicherungen gilt als Meldefrist die „Unverzüglichkeit“. Das ist vor allem deswegen wichtig, weil Sie meist behelfsmäßigen Ersatz benötigen, damit Sie keine weiteren Nachteile aus den nicht funktionierenden Anlagen bis zur Reparatur haben. Stimmen Sie sich also mit Ihrer Versicherung gleich nach dem Schadenereignis ab!

    Dokumentieren Sie auch hier die Schäden. Denn vielleicht müssen Sie Kosten auslegen. Die bekommen Sie nur wieder, wenn Sie angemessen gehandelt haben und die Leistungen – so banal es klingt – tatsächlich auch versichert waren.

    Welche Versicherung brauchen Sie eigentlich?

    In einer Elementarschadenversicherung sind viele Schadenrisiken bereits gedeckt. Aber besonders moderne Häuser tragen oft größere Risiken, vor allem an elektrischen Anlagen.

    Sie sollten also vor dem konkreten Hintergrund der Ausstattung Ihres Hauses überlegen, ob Sie zusätzlichen Versicherungsschutz herstellen müssen.

    Das gilt für:

    • Photovoltaikanlagen
    • technisch aufwändige Heiz- und Wärmekraftanlagen
    • Windkraftanlagen