09.08.17

Elementarschadenversicherung – bald Pflicht für jeden Hauseigentümer?

    Seit einiger Zeit wird der Ruf nach einer Elementarschadenversicherung als Pflichtversicherung für Hausbesitzer lauter.

    Warum ist das so?

    Besonders die verheerenden Hochwasser in Dresden 2002 und 2013 und vor allem im Zusammenhang mit den anhaltenden Wetterextremen, die auch bisher eigentlich ungefährdete Regionen betreffen, fachen das Thema immer wieder an.

    Meist geht es um die stark gestiegenen Beiträge für eine solche Versicherung. Die sollen niedriger werden.

    Und vor allem geht es um Zusatzklauseln für Wohnen in Fluss- und Bergnähe, die einen Versicherungsschutz schnell sehr teuer machen. Manch einer findet schon darum keine passende Versicherung mehr.

    Aktuell werden die Beiträge je nach geografischer Lage unterschiedlich berechnet. Versicherungen wollen damit ihr höheres Schadenrisiko ausgleichen. Wer „ungünstig“ wohnt, zahlt schnell mehr.

    Eine Pflichtversicherung würde bedeuten, dass sich diese ungleichen Bewertungen statistisch ausgleichen und die Last gerechter verteilt wird.

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    Wer würde von einer Pflichtversicherung profitieren?

    Hausbesitzer würden als Versicherungsnehmer stark von sehr wahrscheinlich deutlich zurückgehenden Beiträgen profitieren.

    Eine Vergleichsrechnung für ein Modell-Grundstück – einmal angenommen in Dresden versichert, zum anderen durch gerechnet für die Schweiz – zeigt, dass die Beiträge auf ein Viertel fallen könnten, wenn alle Hausbesitzer eine Elementarschadenversicherung abschließen müssten.

    Die Schweiz führt seit Jahren eine Versicherungspflicht für die Hausversicherung. Alle müssen einzahlen.

    Ein Rechtsanspruch würde dann gelten

    Die Pflichtversicherung würde einen Rechtsanspruch herstellen. Jeder Hausbesitzer könnte auf dieser Grundlage die Versicherung seiner Hauses erreichen.

    Denn nicht nur für Wohnlagen direkt an Flussläufen oder in Überschwemmungsgebieten ist die Versicherung wichtig. Starke Regenfälle bedeuten schon heute vielerorts schwere Schäden. Straßen werden überschwemmt. Die Sicherheit würde entsprechend für alle Versicherten durch eine Pflichtversicherung erhöht.

    Was leistet eine Elementarschadenversicherung?

    Die Elementarschadenversicherung deckt aktuell Kosten aus Schäden nach:

    • Überschwemmung und Hochwasser
    • Schneelast-Wirkung und Lawineneinwirkung
    • Blitzeinschlägen und Starkregen
    • Erdrutsch und Erdbruch

    Die konkreten Inhalte können je nach Versicherungsunternehmen auch abweichen bzw. können Ausschlüsse verhandelt werden.

     

    Was machen die Schweizer besser?

    Die Schweizer versichern im Rahmen der Feuerversicherung seit gut 60 Jahren ihr Wohneigentum mit.

    Die Elementarschadenversicherung ist hier also Teil der Wohngebäude- beziehungsweise Feuerversicherung. Diese tritt also nicht nur nach einem Brand in Leistung. Sondern auch nach dem Eintritt eines der genannten Elementarschäden. Auch Sturmschäden sind erfasst.

    Es besteht Versicherungspflicht. Das führte dazu, dass 99% aller Schweizer Gebäude gegen Elementarschäden versichert sind (Stand der letzten Erhebung 2011).

    Das Ergebnis: Nicht nur ein umfassender Versicherungsschutz, der einen wirklichen Mehrwert bietet. Sondern auch moderate Beiträge, weil Kosten für den Schadenausgleich durch die Versicherungsunternehmen gleichmäßig verteilt werden. Und auch die Versicherer sind zufrieden – darunter alle großen deutschen Versicherungskonzerne.

    Warum sperrt sich der „Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft GDV“ bislang noch, das über viele Jahrzehnte erprobte Schweizer Modell in der Bundesrepublik anzuwenden? Aber seit auch immer mehr Politiker die Forderung der Verbraucherzentralen unterstützen, scheint der GDV das Thema Versicherungspflicht gegen Elementarschäden neu zu überdenken.