24.10.17

Ehrenamtler – Wie sind sie im Schadensfall abgesichert?

    Das Ehrenamt steht hoch im Rang – aber wie wird ein Verein eigentlich richtig versichert

    Ehrenamtliche Hilfe steht in hohem Ansehen. Wer sich engagiert, hilft anderen und gewinnt oft auch ein positives Lebensumfeld für sich selbst. Denn die Hilfe bleibt in der Regel nicht ohne Dank und Anerkennung.

    Aber was passiert, wenn etwas passiert?

    Auch freiwillige Helfer müssen richtig abgesichert sein. Und auch die ehrenamtliche Arbeit im Verein muss auf einer soliden Grundlage stehen. Denn nicht in jedem Fall tritt die kommunale Haftung ein, die häufig Vereinsaktivitäten absichert.

    Diese Notwendigkeit trifft alle Vereinsmitglieder und in besonderem Maß die Vorstandsmitglieder. Sie müssen extra abgesichert werden, wenn die Vereinstätigkeit einen bestimmten wirtschaftlichen Zweck verfolgt. Bisweilen liegt es aber auch nahe, eine individuelle Ergänzung zur geltenden Vereinsabsicherung zu vorzunehmen.

    Das gilt für das Ehrenamt ebenso wie für Angestellte des Vereins.

    Für Vereine und Vereinsmitglieder gibt es eine Vielzahl möglicher Versicherungen. Manche sind unabdingbar – und manche kosten unnötig Geld

    Wir haben die wichtigsten Versicherungsformen für Vereine und Freiwilligenverbände zusammengetragen, die die ehrenamtliche Tätigkeit absichern – und die den Verein als Träger dieser Tätigkeit betreffen. Die Leistungen jeweils im Einzelnen beschrieben, manchmal auch nur überblicksweise, denn die Themen werden schnell komplex.

    Die Übersicht kann Ihnen eine Hilfe dabei sein herauszufinden, wie Sie sich oder Ihren Verein am besten gegen doch sehr unterschiedliche Risiken absichern können.

    Was genau versichert werden muss und sollte, unterscheidet sich zwischen jedem Verein. Schachspieler unterliegen weniger dem Risiko einer Sportverletzung, sind für ihren Verein aber beispielsweise oft auf Reisen oder haben ein Vereinshaus, dessen Einrichtung, wie Spielfiguren-Sets, Schach-Uhren oder Schach-Computer, über das übliche Maß hinaus versichert werden muss. Hier müssen Ehrenamtliche gesondert abgesichert sein, weil sie neben Ihrer Zeit auch eigene Sachen mitnehmen oder die Verwendung von Wertgegenständen verantworten, die dem Verein gehören.

    Warum kann man das nicht pauschal sagen?

    Vereine zur Selbsthilfe oder Seniorenförderung müssen anders abgesichert sein, als ein Segelfliegerverein oder eine als Verein tätige Tauchschule. Schon allein aus diesen augenfälligen Unterschieden bei den Risiken, denen Vereine bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten unterliegen, ist eine pauschale Aussage über nötige oder empfehlenswerte Versicherungen fast unseriös. Vor allem aber wäre sie sehr ungenau.

    Darum bieten wir Ihnen hier einen Überblick über die wichtigsten Versicherungen für Vereine. Und auch, was die Vereinsmitglieder persönlich beachten sollten, stellen wir Ihnen kurz vor.

    Noch genauere Informationen über die spezifischen Anliegen genau Ihres Vereins oder an die Anforderungen für genau Ihre Vereinstätigkeit erhalten Sie übrigens beim Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement [http://www.b-b-e.de] und beim Bundesverband deutscher Vereine und Verbände [http://www.bdvv.de].

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    Absicherung von Vereinstätigkeit allgemein

    Wer sich ehrenamtlich engagiert – außerhalb der Freiwilligen Feuerwehr – wird bei bestimmten Tätigkeiten über Gemeinden, Kommunen und das jeweilige Bundesland abgesichert. Das betrifft vor allem die Folgen von Unfällen und Verletzungen. Zur Absicherung von Ehrenamtlichen bei der Freiwilligen Feuerwehr haben wir unten ausführlichere Informationen zusammengetragen.

    Schon bei der Frage, ob und wer für beschädigte Gegenstände aufkommt, die dem Vereinsmitglied durch seine Tätigkeit abhanden gekommen sind oder die beschädigt wurden, muss meist separat nachgesteuert werden. Sonst droht eine unter Umständen eine Absicherungslücke.

    Hier gilt: Ein Verein muss für ausreichenden Versicherungsschutz selbst sorgen. Das ist für seine ehrenamtlichen Mitglieder ebenso wichtig, wie für den Vorstand. Denn der haftet unter bestimmten Umständen bis in sein privates Vermögen, wenn Schadenersatz an ein Vereinsmitglied geleistet werden muss, aber die Absicherung nicht stimmt.

    Für die gesetzlich vorgegebene Haftpflicht ist es übrigens egal, ob der Vorstand ehrenamtlich oder hauptberuflich agiert. Auch ob die Vereinstätigkeit ehrenamtlich ist oder im Rahmen einer Anstellung erfolgt, ist für die Versicherungslage grundsätzlich von ähnlicher Bedeutung. Eine Absicherung ist daher für jeden Fall nötig.

    Wichtige Stichworte dazu:

    Absicherung gegen Unfallfolgen (zum Beispiel in einer Genossenschaftskasse)
    Absicherung im Sinn der gesetzlichen Haftpflicht (zum Beispiel in einer Vereinshaftpflichtversicherung).

    Tipp: Prüfen Sie das bei Eintritt in den Verein auch selbst! Denn unter Umständen müssen Sie – wenn Sie trotzdem Mitglied werden wollen – privat nachbessern.

    Achten Sie zum Beispiel auch darauf, dass in Ihren privaten Versicherungen – weniger bei der Haftpflichtversicherung und der Unfallversicherung, denn die wird anderweitig geregelt, aber vor allem einer privaten Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherungen – die Leistungen auch dann gezahlt werden, wenn der Versicherungsfall durch eine Vereinstätigkeit ausgelöst wird. Manche Versicherungsunternehmen behalten sich hier vor, von den eigentlich vereinbarten Leistungen zurückzutreten. Dann muss die Absicherung im Verein eindeutig geregelt sein!

    Die wichtigsten Versicherungformen für Vereine

    Vereinshaftpflichtversicherung

    Ob gemeinnützig oder nicht, ob eingetragen oder wirtschaftlich tätig: Die gesetzlich festgelegte Haftpflicht betrifft Vereine insgesamt.

    Die gesetzliche Haftpflicht führt zu einem ganz allgemeinen Risiko, das Vereine ebenso trifft, wie Privatpersonen oder Unternehmen. Nämlich: Einen in der Verantwortung des Vereins aufgetretenen Schaden vollständig ausgleichen zu müssen.

    Risikoreich sind hier insbesondere mögliche Unfälle oder Gesundheitsschäden im weiteren Sinn. Sie können neben den Heil- und Behandlungskosten direkt auch indirekte Langzeitkosten umfassen, zum Beispiel Verdienstausgleich bei bleibenden Schäden.

    Auch wenn solcherart Fälle nicht mit großer Häufigkeit auftreten – sie können Vereine wirtschaftlich schwer treffen. Auch die persönliche Haftung des Vorstands spielt hier eine Rolle, wenn der Versicherungsschutz des Vereins selbst nicht ausreichend hergestellt worden ist.

    Abhilfe schafft die Vereinshaftpflichtversicherung. Sie gehört zu den grundlegenden Versicherungen für Vereine, die organisierte Strukturen haben, also mindestens einen Vorstand, eine Satzung oder ein Vereinsziel. (Vereine mit wirtschaftlicher Aufgabe sollten ohnehin haftpflichtversichert sein.)

    Hintergrund: Jedes Mitglied kann durch einen Fehler oder durch einen Unfall den Verein in Schwierigkeiten bringen, denn der haftet. Gibt es keine Haftpflichtversicherung für den Verein, kann es sogar zur Haftung des Vorstands mit seinem eigenen Vermögen kommen. Denn nur selten wird die private Haftpflichtversicherung eines Vereinsmitglieds die Schadenbegleichung übernehmen, wenn die Ursache in der Vereinstätigkeit gelegen hat.

    Sichern Sie sich also unbedingt richtig ab.

    Die Höhe der Versicherungssumme ist allerdings eine von der Einzelsituation abhängige Zahl. Denn hier spielt das allgemeine Risiko eine Rolle – also zum Beispiel, wie viele Mitglieder hat der Verein und wie viele Gäste oder andere vereinsfremde Personen halten sich gewöhnlich auf dem Vereinsgelände auf. Aber auch die konkrete Tätigkeit kann für eine Bewertung der nötigen Größenordnung bei der Absicherung gelten.

    Generell sollte die Versicherungssumme im zweistelligen Millionenbereich liegen. Denn potentiell müssen auch Personenschäden und eventuell folgende Vermögensschäden von der Versicherung beglichen werden.

    Die Höhe der Beiträge richtet sich meist nach der Anzahl von Mitgliedern, die versichert werden sollen, der Versicherungssumme je Schadenfall und möglichen spezifischen Risiken.

    Müssen auch nicht eingetragene Vereine haftpflichtversichert sein?

    Ja, das müssen sie. Aber trotzdem ist eine eigene Haftpflichtversicherung meist nicht nötig. Das betrifft allerdings nur solche Vereine, die mehr oder weniger „lose Interessens- oder Tätigkeitsgemeinschaften“ sind. Wer gemeinsam wandern geht, kann als Organisator auf diese Art auf die Haftpflichtversicherung der Länder zurückgreifen.

    Allerdings ist besonders wichtig: Wer einen nicht eingetragenen Verein leitet, der aber Organisationsstrukturen hat und Vereinsziele mit Satzung verfolgt – und sich folglich hätte eintragen lassen können – kann bei der Frage nach der Haftpflicht durchaus ernsthafte Schwierigkeiten bekommen. Denn die Versicherung könnte meinen, hier läge kein für die Vereinshaftpflichtversicherung der Länder zutreffender Versicherungsfall vor. Und die private Haftpflichtversicherung greift für Schäden aus Vereinstätigkeiten meist nicht.

    Veranstalter-Haftpflicht

    Die Veranstalter-Haftpflicht ist für Vereine zwar nicht unbedingt nötig. Wenn aber besonders häufig Veranstaltungen durchgeführt werden oder wenn zu den Veranstaltungen des Vereins besonders viele Nicht-Mitglieder erscheinen, kann eine solche Versicherung durchaus sinnvoll sein.

    Entscheidend ist, ob die Vereinshaftpflichtversicherung die jeweilige Veranstaltung abdeckt. Klären Sie das im Vorfeld unbedingt mit Ihrer Versicherung! Denn neben Unfällen und Sachschäden muss in manchen Fällen auch eine Haftung für Garderobe oder Veranstaltungstechnik übernommen werden. Die Vereinshaftpflichtversicherung wird das nicht in jedem Fall abdecken.

    Wenn die Vereins-Veranstaltungen grundsätzlich mit abgedeckt sind in der Vereinshaftpflichtversicherung oder auch durch die Kommune (zum Beispiel bei Feuerwehrfesten, die über eine kommunale Freiwillige Feuerwehr organisiert werden), müssen Sie jedoch nicht unbedingt eine solche Versicherung vorweisen.

    Auf der anderen Seite: Wenn Ihr Verein eine Vielzahl von Veranstaltungen im Jahr abhält, lassen die sich je nach konkreter Sachlage vielleicht sogar in einer Kombi- oder Gesamt-Police abdecken. Fragen Sie Ihr Versicherungsunternehmen nach den Konditionen und rechnen Sie ruhig einmal öfter durch, was sich lohnt. Für einen ersten Anhalt können Sie auch ein Online-Vergleichsportal nutzen.

    Vermögensschadenhaftpficht und D&O-Versicherung für die Vorstandsmitglieder

    Hier wird es spezieller. Hintergrund ist die finanzielle Sicherheit für Vorstandsmitglieder eines Vereins. Das ist ein wichtigeres Thema, als viele denken. Denn wenn es zu einem Vorfall im Verein kommt, bei dem Mitgliedern oder Dienstleistern ein finanzieller Schaden entstanden ist, haftet unter Umständen der Vorstand. Wenn es in diesem Zusammenhang auch noch ein Verschulden – und wenn es nur formaler Art ist – in Vorstandsentscheidungen gibt, reicht die Haftung bis in das eigene private Vermögen jedes Einzelnen.

    Das müssen Sie für Ihren Vorstand dann absichern, wenn eine solche Haftungslage möglich ist. Wenn Sie also häufig finanzrelevante Entscheidungen treffen müssen, hohe Summen an Mitgliedsgebühren bewegen oder kontrollieren müssen oder der Verein erhebliche finanzielle Umsätze hat, kommt eine solche Absicherung auf jeden Fall in Betracht. Sie sichert den Verein selbst, aber auch seine Vorstandsmitglieder.

    Der Vorstand haftet in der Regel gemeinschaftlich für die meisten Aufgaben. Das bedeutet: Die (finanzielle) Verantwortung für einen Vermögensschaden (nach außen, also einem Dritten gegenüber) teilen sich alle Mitglieder des Vorstands.

    Holen Sie sich entsprechenden Rat ein, wenn diese Risiken für Ihren Verein bestehen. Prüfen Sie dann, welcher Art die Absicherung sein soll. Eine Vermögensschadenhaftpflicht kann bereits ausreichen. Je nach konkreter Situation müssen die einzelnen Vorstandsmitglieder aber individuell abgesichert werden. Das kann dann in einer wirtschaftsnahen Managerversicherung für Vereinsvorstände erfolgen. Sie heißt dann parallel zur Bezeichnung dieser Versicherungsart in der Wirtschaft D&O-Versicherung. Sie gilt nur für die Vorstandsmitglieder und hilft, finanzielle Sicherheit im Sinne aller Vereinsmitglieder herzustellen. Auch in der sogenannten Innenhaftung – also der Haftung der Vereinsvorstände untereinander – ist diese Versicherungsart hilfreich.

    Vermögensschadenhaftpflicht für den Verein

    Neben der D&O-Versicherung beziehungsweise der Vermögensschadenhaftpflicht für die Vorstandsmitglieder eines Vereins ist der Verein selbst gegebenenfalls auch eine wirtschaftlich aktive Organisation. Unter Umständen entsteht daraus ein Risiko gegenüber der finanziellen Situation anderen gegenüber.

    Ganz explizit betrifft das die Haftpflicht für Vermögensschäden aus Beratungstätigkeiten. Und die müssen ganz explizit beispielsweise Lohnsteuerhilfevereine absichern.

    Aber auch aus anderen Vereinstätigkeiten kann das Risiko eines (in diesem Fall als „echt“ bezeichneten) Vermögensschadens erwachsen. Prüfen Sie das unbedingt! Die Haftungssummen sind in der Regel hoch und treffen den Verein als Ganzes.

    Rechtsschutzversicherung für Vereine – und Auskunftsstellen für Vereine

    Unter bestimmten Umständen ist es für Vereine ratsam, eine eigene Rechtsschutzversicherung abzuschließen.

    Allerdings gibt es auch günstigere Alternativen, wenn es vornehmlich um Rechtsberatung geht oder die Fragen nach gesetzlichen Rahmenbedingungen. Die Serviceseite [https://deutsches-ehrenamt.de/service-fuer-vereine/rechtsberatung-online] bietet beispielsweise einen pauschal berechneten Service an, der den Zugriff auf regelmäßige Rechtsberatung sicherstellt.

    Je nach Sachlage erhalten Vereine und Verbände auch beim Verein „pro bono“ Hilfe in Rechtssachen sogar kostenfrei [http://www.pro-bono-deutschland.org/de/pro-bono-rechtsberatung].

    Darüber hinaus bieten natürlich die Versicherungsunternehmen vielfältige Varianten von Vereins- und Verbandsrechtsschutzversicherungen an.

    Sie erstatten in der Regel:

    • Kosten für allgemeine und spezifische Rechtsberatung
    • außergerichtliche Güte- und Mediationsverhandlungen
    • Kosten für anwaltliche Hilfe zur Vorbereitung von Prozessen
    • Gerichtskosten
    • Auslagen, wie Gutachterkosten oder Zeugengelder

    Ob und in welchem Umfang eine reine Rechtsschutzversicherung sinnvoll ist, hängt sehr von den vereinsspezifischen Risiken ab. Dazu kann der häufige Kontakt mit Nicht-Mitgliedern in verschiedenartigen Serviceangeboten gehören oder ein traditionell risikoreicheres Arbeitsumfeld, wie beispielsweise die Arbeit mit Süchtigen oder bei der Kriminalitätsvorsorge.

    Auch Vereine die Finanzdienstleistungen anbieten, sollten über die Vermögensschadenhaftpflicht hinaus auch den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung in Betracht ziehen. Sie ist nicht nur in der Haftung der Vereins nach außen hilfreich, sondern kann auch bei Streitigkeiten über Zuständigkeiten oder den zulässigen Dienstleistungsrahmen entlasten.

    Hier kann es für den Verein selbst und für seine Mitglieder von Vorteil sein, über eine Rechtsberatung hinaus handlungsfähiger zu sein.

    Rechtsschutzversicherungen sind aber immer auch ein Kostenpunkt. Das gilt auch für Vereine und gemeinnützige Organisationen. Prüfen Sie für Ihren Verein in jedem Fall, ob Sie diese Versicherungsform tatsächlich benötigen.

    Gebäude-, Glas- und Elektronikversicherungen

    Die Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen stehen im weiteren Sinn für immaterielle Risiken. Spielt aber die Absicherung von Vereinsgelände oder Gebäuden eine Rolle, müssen andere Versicherungsformen greifen.

    Der wichtigste Unterschied: Die Haftpflichtversicherungen zahlen nur gegenüber Dritten und sichern Haftpflichtansprüche gegen den Verein ab. Nach einem Einbruch in das Vereinsheim müssen Sie beispielsweise die entsprechende Gebäudeversicherung bemühen. Wenn das Vereinsheim dem Verein nicht gehört, kommt auch eine sogenannte Büroversicherung in Frage, die für Einrichtung und physische Werte des Vereins selbst aufkommt.

    Übrigens nicht nur bei Einbruch oder Diebstahl. Auch Wasserschäden nach Rohrbrüchen und auch Brandschäden sind abgesichert. Wenn der Verein also eigene Einrichtungen unterhält, sollte die entsprechende Absicherung nicht fehlen.

    Elektronikversicherung

    Bestimmte elektronische Geräte lassen sich nicht in einer Büroversicherung angemessen absichern. Im Vereinskontext eher ungewöhnlich, aber beispielsweise Schach-Computer fallen darunter. Hier greift die Elektronikversicherung.

    Ansonsten ist die Elektronikversicherung tatsächlich eine Sparten-Versicherung, die Vereine in der Regel nicht benötigen. Computer oder Telefone sind in der Gebäude- beziehungsweise Büroversicherung bereits erfasst.

    Übrigens: Wenn Sie als gemeinnütziger Verein Unterstützung bei der Ausstattung mit Software suchen, können Sie unter anderem hier nachsehen. [IT-Unterstützung für gemeinnützige Vereine: http://www.stifter-helfen.de/ueber-uns/ueber-stifter-helfen]

    Der Verein auf Reisen oder Wanderschaft: Reiseversicherungen für Sportvereine oder Wandervereine
    Ist Ihr Verein oft auf Reisen, müssen die Risiken der Reise direkt, aber auch für Gepäck und Sportgeräte sichergestellt werden.

    Klären Sie das im Vorfeld! Wenn Ihr Verein zweckgerichtet Reisen organisiert, sollten Sie auch die wirtschaftsrechtlichen Folgen bewerten. Denn die Geschäftstätigkeit kann Auswirkungen auf die Gemeinnützigkeit haben. Auch steuerliche Konsequenzen müssen Sie bewerten. Und auch nicht alle Versicherungen, die für einen Verein geschlossen werden, gelten automatisch für ein Wirtschaftsunternehmen.

    Wirtschafts- und Gesellschafterversicherungen für große Vereine

    Große Vereine haben andere Risiken und sind nahe am Wirtschaftsleben. Sie müssen anderes absichern, z.B. Risiken aus einer Vertriebsgesellschaft.

    Dazu gehören Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen, D&O-Versicherungen für die Organe von Verein und Gesellschaft, aber auch die Produkthaftpflicht kann eine Rolle spielen, wenn der Verein Waren oder Wirtschaftsgüter vertreibt.

    Die Versicherungslage kann in diesem Fall schnell komplex werden, denn das konkrete Risiko hängt vor allem von der genauen Beschaffenheit der Vereinsstrukturen und der Vereinsaktivitäten ab.

    Grundsätzlich sind Vereine, die nennenswert wirtschaftlich agieren, im Sinn eines Wirtschaftsunternehmes versicherbar. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund ausreichend hoher Deckungssummen wichtig. Aber auch die Definition der Schadenfälle spielt eine Rolle, damit die Versicherung effizient ist.

    Versicherung und Freiwillige Feuerwehr – Warum ist das wichtig?

    Brandschutz geht alle an. Schon beim Bau und beim Renovieren müssen strenge Regeln eingehalten und Gesetze beachtet werden. Und falls es doch brennt, kommt die Feuerwehr. Weit häufiger müssen die Kameradinnen und Kameraden allerdings bei Unfällen und Naturkatastrophen ausrücken, Bäume absichern oder entfernen oder vollgelaufene Keller wieder leer pumpen. Auch diese Arbeit ist besonders wichtig.

    Um so beachtlicher: In Deutschland überwiegt der Anteil der Freiwillige Feuerwehren am Rettungs- und Brandlöschdienst deutlich. Im ganzen Land sind nur knapp über 100 Berufsfeuerwehren tätig. Dem gegenüber sind mehr als 24.000 Freiwillige Feuerwehren im Einsatz!

    Da stellt sich die Frage nach der Absicherung. Denn wer seine Freizeit opfert und seine Gesundheit riskiert, sollte auch über einen angemessenen Schutz gegen Verletzungen oder Schäden verfügen.

    Die Länder übernehmen das Gröbste

    Ob in einer Feuerwehr-Unfallkasse oder über die Unfallkasse der Länder: Wenn Sie als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Leistungen erhalten müssen, die Sie so oder ähnlich nach einem Arbeitsunfall erhalten hätten, trägt diese Kosten meist das Land.

    Verschiedene Bundesländer haben dafür spezielle Unfallkassen eingerichtet. Diese zahlen je nach Satzung sogar in einem erweiterten Rahmen, wenn die jeweilige Satzung das vorsieht.

    In Bundesländern, die keine eigene Unfallkasse für ihre Feuerwehren eingerichtet haben, greift für entstehende Kosten (unter anderem für Reha-Maßnahmen und Ausgleich von Arbeitseinschränkungen) die jeweils staatliche Unfallversicherung.

    Insgesamt basieren die Leistungen auf den gesetzlichen Krankenversicherungsleistungen auf dem Sozialgesetzbuch VII.

    Übrigens: Nicht nur Unfälle bei Einsätzen, auch die Teilnahme an Veranstaltungen sind über die Unfallkassen abgesichert.

    Haftpflicht wird von der Kommune übernommen

    Schäden, die ein Mitglied der Feuerwehr im Einsatz verursacht, werden von der Kommune ausgeglichen. Denn sie ist nach dem Feuerwehr-Gesetz jeweils Träger ihrer Freiwilligen Feuerwehr.

    Etwas schwieriger kann es werden, wenn eigene Sachen im Rahmen eines Einsatzes beschädigt werden. Was, wenn Sie nach einer Alarmierung Ihren eigenen Wagen zu schnell ausparken und an einem Poller hängen bleiben? Oder wenn Ihnen die Brille aus der Tasche fällt beim Umziehen?

    Die Kommune muss zwar haftpflichtversichert sein. Und über diese Haftpflichtversicherung werden Ihnen die meisten Schäden auch erstattet werden. Trotzdem mein Tipp: Achten Sie bei Ihrer eigenen Versicherung darauf, dass bestimmte Schäden nicht ausgeschlossen werden, wenn sie Ihnen beim freiwilligen „Dienst an der Spritze“ zustoßen.

    Was müssen Sie zusätzlich beachten?

    Eine eigene Versicherung für Schäden aus Ihrer Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr abzuschließen, ist in der Regel nicht nötig. Erstens wäre das wegen des erhöhten Risikos nicht besonders rentabel. Außerdem gibt es in der Mehrzahl der Fälle nur Randbereiche, die Sie zusätzlich beachten müssen. Besprechen Sie das mit anderen Mitgliedern. Auch die Unfallkassen der Bundesländer und die Versicherungsexperten der Verbraucherzentralen können Ihnen helfen, denn die Regelungen variieren je nach Bundesland.

    Zu den wichtigsten Randbereichen gehören allerdings diejenigen Versicherungen, die Sie selbst existenziell stützen sollen. Zum Beispiel bei einer Berufsunfähigkeit und früherem Renteneintritt. Die sollten Sie auf jeden Fall prüfen! Achten Sie hier darauf, dass die Versicherungsleistungen auch gezahlt werden, wenn Sie bei einem Einsatz, einer Übung oder ähnlichem verunfallen. Denn sonst haben Sie hier eine echte Versorgungslücke. Die können Sie auf diesem einfachem Weg vermeiden.